Cannabis

In Deutschland greifen rund zwei Millionen Menschen regelmäßig zum Joint.
Was also hat es mit dem Mythos Cannabis auf sich, wie steht es um die Gesetzeslage und ist der Erwerb von Cannabis legal?

Tatsachen

In Deutschland gehört Cannabis zu denen am häufigsten illegal konsumierten Substanzen, wohl auch deshalb, weil es zu den sogenannten weichen Drogen gehört. Laut Gesetz ist der Konsum erlaubt, alles andere jedoch illegal und somit strafbar.

Die Gesetzeslage

Pflanzen und Pflanzenteile von zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen, sowie eine Vielzahl von Tetrahydrocannabinole und stereomechanische Varianten, sind, laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) § 1, in Verbindung mit der Anlage I des BtMG nicht verkehrsfähige und somit illegale Stoffe. Hierzu zählt auch das Haschisch, bei dem es sich um das abgesonderte Harz der Cannabis Pflanze handelt. Das bedeutet, dass Anbau, Herstellung, Handel, Erwerb, Aus-und/oder Einfuhr, Besitz und Abgabe aller Pflanzenteile des Cannabis nach §§ 29 ff. BtMG strafbar sind. Allerdings kann eine Ausnahme-Genehmigung für wissenschaftliche oder andere im öffentlichen Interesse stehenden Zwecke erteilt werden.

Bereits mit dem Erwerb oder dem Transport von Saatgut zu einer vorbereiteten Fläche handelt es sich um eine Versuchsstrafbarkeit. Der Erwerb und Besitz von Cannabissamen nach Anlage I Teil B des BtMG ist strafbar, weil sie zum unerlaubten Anbau verwendet werden können.

Der Konsum von Betäubungsmitteln ist in Deutschland nicht verboten und rechtlich betrachtet als straffreie Selbstschädigung zu sehen. Dies ist von den Kommentatoren des BtMG sowie von den Richtern anerkannt. Das bedeutet, dass Drogen konsumiert werden dürfen, ohne diese im gesetzlichen Sinne erworben zu haben (z. B. ein Joint macht die Runde). Das hat insofern eine praktische Bedeutung, als dass aus einem positiven Drogentest nicht auf eine strafbare Handlung wie beispielsweise den Anbau oder den Erwerb geschlossen werden kann.

Cannabis als Schmerzmittel zugelassen

Cannabis
Eine weibliche Cannabis-Pflanze.

Seit Jahrhunderten gilt Hanf als Heilpflanze. Im Zuge des Cannabis-Verbots reduzierte die Medizin Mitte des 20. Jahrhunderts die Medikation. Erst in den letzten Jahren ist Schmerzpatienten der Erwerb, Besitz und Konsum von in Apotheken erhältlichem Cannabis in der Regel erlaubt – allerdings nur nach ärztlicher Anweisung und mit entsprechendem Rezept. Fehlt es, ist der Erwerb der Droge in Deutschland illegal und kann eine Anzeige zur Folge haben.