Abhängigkeit

Das THC ist der Hauptwirkstoff des Cannabis. Wird der Pflanzenstoff inhaliert, löst er ein Rauschgefühl aus. Cannabis hat sogar eine dreifache Wirkung: Es entspannt die Muskeln, wirkt beruhigend und zudem gegen Übelkeit und Brechreiz.

Regelmäßiger Cannabis-Konsum kann körperlich und psychisch abhängig machen

Wird Cannabis regelmäßig konsumiert, kann dies zur Abhängigkeit führen, und zwar sowohl psychisch als auch körperlich. Eine Abhängigkeit lässt sich feststellen, wenn es nachgewiesene erfolglose Versuche dafür gibt, den Konsum zu reduzieren oder ganz einzustellen. Diese Versuche werden meist von typischen Symptomen wie innere Unruhe, Ängstlichkeit, Nervosität bis hin zu Depressionen begleitet.

In der Forschung wurden erst in der jüngsten Vergangenheit Belege dafür erbracht, dass dauerhafter Konsum von Cannabis zu einer Toleranzentwicklung sowie Entzugserscheinungen führen kann. Beide stellen wesentliche Kriterien für eine körperlich vorliegende Dependenz dar. Sie ist allerdings nicht so stark ausgeprägt wie bei Opiat- oder Alkoholabhängigen; wohl ein Grund, warum Cannabis als einzige Pflanze zu den weichen Drogen gehört. Die Abhängigkeit, die psychisch mit dem starken Wunsch verbunden ist, Cannabis zu konsumieren, kann aber auch wesentlich intensiver ausgeprägt sein. In diesem Fall haben die Konsumenten keine Möglichkeit mehr, den Konsum zu reduzieren oder zu beenden. Möglicherweise hat es bereits mehrere erfolglose Versuche gegeben.

Es ist davon auszugehen, dass circa vier bis sieben Prozent aller Cannabis-Konsumenten körperlich und psychisch in die Abhängigkeit verfallen. Allerdings gilt es berücksichtigen, dass die Gefahr einer Abhängigkeit nicht für jeden gleich ist.

Gefährdung individuell unterschiedlich

Cannabis, Konsum, Abhängigkeit. Es kommt im Wesentlichen darauf an, in welchem Maße sogenannte psychosoziale Faktoren vorliegen, wenn es um die Bestimmung des Risikos einer Abhängigkeit für eine Person geht. Wer bereits von Cannabis abhängig ist, schränkt seine Lebensqualität stark ein, auch wenn sich Betroffene das nur ungern eingestehen. Das liegt auch daran, dass die Auswirkungen der Cannabisabhängigkeit nicht so auffällig sind, also durchaus als versteckt und nicht eindeutig beschrieben werden können. So wird ein Gewohnheitskiffer bei der Klärung der Frage, ob seine Kontaktschwierigkeiten (Schüchternheit) oder ein depressives Stimmungstief etwas mit dem Kiffen zu tun haben könnte, sehr verunsichert sein. Möglicherweise haben solche Probleme bereits vor dem Kiffen bestanden.

Fazit:

Der Konsum von Cannabis hat bei den Konsumenten psychisch und körperlich individuelle Auswirkungen. Wenn nach einem geringeren Konsum oder einem Verzicht auf Cannabis körperliche Entzugserscheinungen auftreten, ist das sicherlich ein Anzeichen dafür, dass eine Person körperlich und / oder psychisch abhängig ist; wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie beim Konsum harter Drogen oder Alkohol. Von einer psychischen Abhängigkeit sind insbesondere solche Cannabiskonsumenten bedroht, die unter Ängsten leiden, da sich durch den Konsum ihre Angstsymptome verstärken können.

Jeder potentielle Cannabiskonsument sollte sich vor dem Griff zu dieser Droge darüber im Klaren sein, dass mit dem Kiffen ein höheres Risiko besteht, seelische Probleme zu entwickeln (Psychose).