Änderungen

Beim Thema CannabisÄnderungen wird auch hierzulande immer deutlicher, dass sich Änderungen der heutigen Gesetzeslage künftig kaum vermeiden lassen. Trotzdem stehen nicht nur Staat und Behörden, sondern auch viele Bürger den Änderungen überwiegend kritisch gegenüber. Häufig wird beispielsweise damit argumentiert, dass der Konsum durch eine Legalisierung noch zunehmen würde.

Legalisierung von Cannabis: Wie wahrscheinlich ist die Zunahme des Konsums?

Theoretisch wäre es durchaus denkbar, dass die Zahl der Gelegenheits- und Gewohnheitskiffer nach einer Änderung der aktuellen Gesetzeslange ansteigen würde. Denn durch die Legalisierung, so argumentieren Gegner und Kritiker, hätte jeder – Erwachsene und Jugendliche, erfahrene Konsumenten und Neugierige – viel leichter Zugang zu Marihuana, Haschisch und speziellen Produkten, die Cannabis enthalten (z. B. Gebäck, Getränken u. Ä.)

Befürworter der Legalisierung sehen hier jedoch kein oder höchstens ein sehr überschaubares Risiko. Denn Erfahrungen aus anderen Ländern, in denen entsprechende Änderungen bereits umgesetzt wurden (z. B. die Niederlande oder – ganz aktuell – der US-Staat Colorado), sprechen gegen eine langfristige Zunahme des Konsums. Höchstens direkt nach der Änderung ist eine vorübergehende Konsumzunahme zu erwarten, die dann erfahrungsgemäß wieder abflauen würde. Denn legales Cannabis besitzt nicht mehr den Reiz des Verbotenen, und damit fiele ein sehr häufiger Grund für den ersten Kauf und das erste Ausprobieren weg.

Außerdem ist der Handel in Deutschland zwar verboten, doch findet er – vor allem in den Großstädten – trotzdem nahezu öffentlich statt. So kann sich jeder, der das will, praktisch überall Gras oder Haschisch besorgen. Allerdings gibt es für die illegal gehandelten Produkte keine Qualitätskontrollen. Das Risiko der Käufer, auf dem Schwarzmarkt betrogen zu werden oder gesundheitsschädliche Streckmittel zu konsumieren, ist sehr hoch. Durch Änderung bzw. Lockerung der Gesetze und staatliche Kontrolle könnten diese Gefahren drastisch minimiert werden.

Änderungen beim Medizinalhanf sind längst überfällig

Wer aufgrund einer medizinischen Indikation Cannabis konsumiert oder konsumieren möchte, muss sich hierzulande meist auf einen langen und steinigen Weg durch die Bürokratie begeben. Wer das nicht will, muss sein Glück auf dem Schwarzmarkt versuchen oder seinen Hanf selbst anbauen – beides ist dem Gesetz nach illegal und daher kriminelles Verhalten.

Aktuell gibt es in Deutschland kaum mehr als fünfhundert Patienten, die sich medizinische Hanfprodukte, z. B. Cannabisextrakt oder Hanfblüten, legal in der Apotheke besorgen dürfen.
Die dafür notwendige Ausnahmegenehmigung wird von der Bundesopiumstelle ausgestellt – leider bislang nur für Patienten, die als austherapiert gelten, also gewissermaßen als “hoffnungslose Fälle. Dazu kommt, dass die Krankenkassen die Cannabisprodukte nicht bezahlen und die meisten Apotheken keinen Medizinalhanf bevorraten. Die Patienten müssen also hohe Geldsummen aufbringen und auf ihr Medikament oft lange warten.

Hier sind Änderungen in vieler Hinsicht dringend erforderlich. Es kann nicht angehen, kranke Menschen durch zu strenge und bürokratische Regelungen in die Illegalität oder in den finanziellen Ruin zu treiben. Zudem hilft Cannabis nicht nur Menschen, denen sonst nichts mehr hilft: Als sanftes und dennoch wirksames Arzneimittel kann es bei verschiedenen körperlichen und psychischen Beschwerdebildern sehr vielseitig eingesetzt werden.

Durch Änderungen der aktuellen Bestimmungen könnten viel mehr Menschen von den Heilkräften des Hanfs profitieren. So könnte Cannabis unter anderem zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit nach Burn-Out und Bore-Out beitragen, Depressionen ohne starke Psychopharmaka lindern und beim Überwinden von Essstörungen helfen. Immer mehr Menschen werden aufgrund dieser Erkrankungen zu Frührentnern. Sie stattdessen erfolgreich zu therapieren und wieder ins Berufsleben einzugliedern, würde auch der Wirtschaft nützen.