Einnahmeformen

Cannabis kann geraucht oder gegessen werden. Jede dieser beiden gängigen Einnahmeformen lässt sich je nach Geschmack und Kontext variieren, beispielsweise durch verschiedene Rezepte oder Rauchgeräte. Zudem gibt es auch bei der Dosierung Unterschiede, die vor allem Anfänger kennen und beachten sollten.

Rauchen oder Essen: Welche Einnahmeform bringt die stärkere Wirkung?

Grundsätzlich gilt: Die Wirkung von Cannabis hängt nicht von der Einnahmeform, sondern von der Dosis ab. Als Richtwert für einen mittleren Rausch bei einem Erwachsenen gelten 5 bis 10 Milligramm THC, was ungefähr einem Viertelgramm Marihuana oder 0,1 Gramm Haschisch normaler Qualität entspricht.

Beim Rauchen geht durch den Verbrennungsprozess immer ein Teil der Inhaltstoffe verloren, während beim Essen alle enthaltenen Substanzen in den Organismus und zur vollen Wirkung gelangen. Daher hat die gleiche Menge des genossenen Produkts – z. B. Marihuana (Gras), Haschisch, Cannabisöl oder Pollen – beim Essen einen stärkeren Effekt als beim Rauchen.

Daneben gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb viele Konsumenten berichten, gegessenes Cannabis wirke bei ihnen stärker und länger als gerauchtes. Nach der oralen Einnahme passiert das Cannabis den Verdauungstrakt, zu dem auch die Leber gehört. In diesem Organ wird der Wirkstoff ?-9-THC vollständig zu einer wesentlich stärkeren Form, dem 11-Hydroxy-THC, umgebaut. Diese Verbindung kann die Blut-Hirn-Schranke einfacher durchdringen, und das intensiviert die Gesamtwirkung.

Beim Rauchen gelangen die Inhaltsstoffe über die Atemwege in den Blutkreislauf und ins Gehirn, vor allem über die Lunge. Dabei umgehen sie die Leber und alle dort stattfindenden Verdauungsvorgänge, und nur ein geringer Teil des normalen THC wird zu 11-Hydroxy-THC umgebaut. Durch die höhere Konzentration der aufgenommenen Cannabinoide und den kürzeren Weg setzt die Wirkung nach dem Rauchen zwar schneller und heftiger ein als beim Essen, doch der Rausch ist insgesamt weniger intensiv und in der Regel auch kürzer.

Beim Rauchen lässt sich die Wirkung von Cannabis besser kontrollieren

Wer an einem Joint oder einer Bong zieht, merkt die Wirkung des genommenen Zuges unmittelbar danach. Beim Essen von Cannabis ist die Wartezeit viel länger. Selbst beim Essen auf nüchternen Magen kann es bis zu einer halben oder Dreiviertelstunde dauern, bis die ersten Anzeichen fühlbar werden. Das verführt zu dem gängigen Fehler, zu viel zu essen und später mehr Rausch als geplant zu erleben. Beim Rauchen ist es dagegen vergleichsweise einfach, den Punkt zu erkennen, an dem Dosis und Wirkung stimmen.

Verbrennen oder Verdampfen?

Im klassischen Joint werden Tabak und Cannabis gemischt. Um Gras oder Haschisch pur zu rauchen, sind Rauchgeräte wie Bong (Wasserpfeife) oder Schillum besser geeignet, da sie durch Wasser oder längere Wege den Rauch kühlen und so angenehmer zu inhalieren machen. Rauchgeräte müssen allerdings gut gepflegt und regelmäßig gereinigt werden – und fürs Mitnehmen und den Einsatz unterwegs geben die meisten Raucher dem Joint den Vorzug, da diese Einnahmeform unschlagbar praktisch ist.

In sogenannten Vaporisatoren wird Cannabis nicht verbrannt und geraucht, sondern lediglich verdampft und inhaliert. Das ist eine sehr schonende Einnahmeform, weil beim Verdampfen keine krebserregenden Verbrennungsprodukte und -rückstände (z. B. Teer) entstehen. Auch Nichtraucher können den Dampf einatmen, ohne vorher “Rauchen zu lernen”. Gute Vaporisatoren sind nicht billig und wie andere Rauchgeräte vor allem für den Gebrauch daheim geeignet. Dort sind sie jedoch vielseitig einsetzbar, etwa zur Aromatherapie und Raumbeduftung oder für den rauchfreien Tabak- bzw. Nikotinkonsum.

Rauchen schadet der Gesundheit, Essen nicht

Es gibt unzählige traditionelle und moderne Rezepte zur Zubereitung von Essen und Getränken mit Cannabis. Sogar spezielle Koch- und Backbücher sind auf dem Markt. Doch die Wirkung entfaltet sich auch, wenn es einfach pur gegessen wird.
Wer in der Küche mit Cannabis experimentieren möchte, sollte lediglich die Dosis beachten – und bei der Zubereitung im Auge behalten, dass die Wirkstoffe fett- und alkohollöslich, aber nicht wasserlöslich sind. Darum ist z. B. von einem simplen Marihuanaaufguß mit kochendem Wasser (“Grastee”) keine Wirkung zu erwarten: Das Harz und damit das THC gelangen nicht ins Wasser, sondern bleiben an den Pflanzen haften.