Herstellung

Ist die Herstellung oder der Eigenanbau von Cannabis legal?

In den USA sind in einigen Staaten die Verbote von Cannabishandel- und auch Anbau gefallen. Colorado beispielsweise hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem wahren Mekka für Cannabis-Konsumenten entwickelt. Doch in Deutschland ist die Herstellung, oder besser gesagt der Eigenanbau von Cannabis weiterhin genehmigungspflichtig – und diese Genehmigung gibt es nicht “mal eben so”.

Aber viele Konsumenten würden gerne die eigene Herstellung ihres Cannabis’ angehen, sei es aus Kostengründen (rentiert sich erst spät) oder um die Kontrolle über das zu haben, was man als Konsument zu sich nimmt. Sozusagen “Bio-Cannabis”, bei dem man genau weiß, dass keine Streckmittel oder sonstige Verunreinigungen im Gras enthalten sind.

Doch was sagen die Gesetze eigentlich genau aus? Was ist verboten und was ist erlaubt?

Darf man legal Cannabis anbauen?

Nein, denn prinzipiell ist die Cannabis Herstellung verboten. Allerdings gibt es natürlich auch hier Ausnahmen von der Regel. So dürfen Landwirte Hanf anbauen, um ihn beispielsweise zu Bekleidung, Stofftaschen, Schuhwerk und Co. zu verarbeiten. Dafür gibt es spezielle Hanf-Samen, die über einen THC-Gehalt von unter 2 % verfügen. Aber natürlich müssen selbst solche Hanf-Felder – auch ohne potentes THC – vorher angemeldet und genehmigt werden.

Die Herstellung oder der Anbau ist nach §29 des BtMG (Betäubungsmittelgesetz) verboten. Es gibt allerdings immer wieder Versuche von Nutzern/Konsumenten, die medizinisches Cannabis konsumieren, eine Sondergenehmigung für den heimischen Anbau einiger Pflanzen (Home Grow) zu erhalten. Bisher verliefen diese Versuche jedoch recht erfolglos.

Das Strafmaß, wenn man beim Anbau erwischt wird, hängt dabei von recht vielen Faktoren ab. Die Menge des angebauten Grases, der THC-Gehalt, die Professionalität des Equipments und so weiter. Wenn man Pech hat, kann es sogar zu Gefängnisstrafen bis zu 5 Jahren kommen – beim Handel in nicht geringer Menge. Normal werden Strafen beim Gransanbau für den Eigenbedarf allerdingsmeist zur Bewährung ausgesetzt. Verfügt man nur über ein, zwei Pflänzchen und eher laienhaftes Zubehör, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Verfahren wieder eingestellt wird – aber natürlich gibt es darauf keine Garantie.

Das Equipment ist legal

Die Herstellung von Cannabis ist überraschend einfach. Das liegt daran, dass die Hanfpflanze sehr unkompliziert im Anbau ist. Man kann sie draußen im Garten oder sogar zuhause “im Schrank” anbauen. Alles, was man dafür braucht, sind einige Gerätschaften wie Leuchtstoffröhren, Zeitschaltuhren, Aktivkohlefilter und Co.

Und jetzt kommt der Clou: alle diese Gerätschaften darf man legal in Deutschland kaufen und besitzen. Ein Beispiel: ein Cannabis-Konusment kauft in einem sogenannten Head Shop Zubehör, mit welchem er potenziell Cannabis anbauen könnte und wird dabei von einem Polizisten beobachtet. Könnte dieser das Equipment nun beschlagnahmen, nur in der Annahme, der Käufer wolle illegal Gras anbauen? Nein! Die bloße Annahme reicht für eine Beschlagnahmung oder sonstige Verfolgung nicht aus. Der Kauf von Anbaumaterialien ist legal, der Besitz ist legal.

“Ich wurde erwischt, welche Strafe habe ich zu erwarten?”

Darauf eine Antwort zu geben ist fast unmöglich. Warum? Nun, zunächst einmal hängt es stark davon ab, in welchem Bundesland man sich befindet. Während es einige Bundesländer gibt, in denen die Herstellung von Cannabis nicht besonders hart bestraft wird (z. B. Hamburg, Berlin), gibt es wiederum einige, die die Gesetzesmöglichkeiten fast vollständig ausreizen (z. B. Bayern).