Kraftstoffe/Energie

Kraftstoff: Bio-Diesel aus CannabisHanf wird von Botanikern im Fachjargon “Cannabis Sativa” genannt. Es gibt mehrere Pflanzen, die als Hanf bezeichnet werden, doch Cannabis ist die Pflanze aus dieser Familie, die den größten Nutzen hat. Und so bedeutet “Cannabis Sativa” übersetzt tatsächlich “nützlicher Hanf”. Früher wurde aus den Fasern der Pflanze Segeltuch hergestellt, das sich als sehr resistent gegenüber dem Salzwasser auf hoher See erwies. Es sind vor allem der Samen von Cannabis sowie der Zellstoff, die eine hohe Wertigkeit besitzen und vielversprechende Einsatzmöglichkeiten als Nahrungsmittel, in der Kosmetik-, Textil- und Kunststoffindustrie, in der Medizin und auch als Kraftstoff bieten.

Die Verwendung von Cannabis als Kunststoff

Es ist keine Erfindung unserer Zeit, aus Cannabis Kunststoff herzustellen. Allerdings werden bis heute die meisten Kunststoffe aus Erdöl hergestellt. Noch, denn dieser Rohstoff steht nicht unbegrenzt zur Verfügung. Es gibt einige Vorteile, die die Kunststoffherstellung aus Hanf bietet. Der aus pflanzlicher Zellulose hergestellte Kunststoff ist sehr viel stabiler und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Im Vergleich mit anderen Pflanzenstoffen bieten Hanfstiele den höchsten Anteil an Zellulose, nämlich 85 Prozent. Die Kunststoffherstellung aus Hanf ist deshalb keine Erfindung unserer Zeit, weil bereits der berühmte Autobauer und Gründer der Ford Motor Company, Henry Ford, ein Auto aus Hanfkunststoff herstellte. Tatsächlich erweist sich der aus Hanf hergestellte Kunststoff als sehr viel stabiler gegenüber seinem Gegenstück aus Stahl und ist deshalb sicherer und obendrein noch preisgünstiger. Von Hanf ist man im Zusammenhang mit der Kunststoffherstellung abgekommen, weil der Anbau von Hanf aufgrund seiner Eigenschaft als Rausch- beziehungsweise Betäubungsmittel verboten wurde. Doch vor allem wegen der sich neigenden Erdölreserven werden die Beschränkungen bezüglich des Anbaus von Hanf allmählich gelockert.

Hanf als Kraftstoff

KraftstoffCannabis lässt sich auch in Bio-Diesel umwandeln und eignet sich insoweit auch als Kraftstoff. Dieser nachwachsende und umweltfreundliche Brennstoff ist bei den meisten Fahrzeugen, die mit Dieselmotoren ausgestattet sind, sofort einsatzfähig. Das bedeutet, dass der Bio-Diesel eine echte Alternative zum Diesel auf Erdölbasis ist. Das widerspricht allerdings den Interessen der großen Erdölkonzerne, sodass diese Alternative (noch) weitgehend gedeckelt wird. Tatsächlich gingen die Erfinder des Dieselmotors, Henry Ford und Rudolf Diesel, davon aus, dass der aus Hanf hergestellte Treibstoff der Kraftstoff der Zukunft wäre. Dementsprechend waren auch die jeweiligen Motorkomponenten konzipiert, die zunächst mit Erdnussöl betrieben wurden. Insbesondere Henry Ford war überzeugt davon, dass fermentiertes Gemüse und Hanf der Kraftstoff der Zukunft wäre. Insoweit liegt die Vermutung nahe, dass der Anbau von Hanf auch deshalb verboten wurde, um das florierende Ölgeschäft nicht zu untergraben.

Die Vorteile von Cannabis für die Energiegewinnung

Es gibt eine Reihe von Vorteilen, die Hanf gegenüber anderen Energiequellen auszeichnen. Hanf ist nicht nur biologisch abbaubar und kompostierbar, was ihn zu einer weiteren reichhaltigen und erneuerbaren Ressource macht. Hanf stellt auch keine besonderen Ansprüche an die Bodenverhältnisse, ist äußerst widerstandsfähig und kann nahezu überall angebaut werden. Positiv zu werten ist außerdem, dass im Gegensatz zu herkömmlichem Diesel bei der Verbrennung von aus Hanf gewonnenem Bio-Diesel keine Kohlenwasserstoffe und kein Schwefeldioxid freigesetzt werden. Damit verlängert Hanf nicht nur die “Lebensdauer” der Umwelt, sondern auch die Lebensdauer eines Motors von mit Kraftstoff betriebenen Maschinen.

Alle Länder dieser Erde könnten sich durch den Anbau von Hanf von der Erdölindustrie abkoppeln, was allerdings eine gravierende Verschiebung der wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse zur Folge hätte.