Kriminalität

Kriminalität

Der Handel mit Cannabis ist in Deutschland per Gesetz verboten. Vom illegalen Verkauf profitieren darum ausschließlich Dealer und das organisierte Verbrechen. In dessen Umfeld florieren auch andere Formen der Kriminalität, zum Beispiel die Korruption. Der Staat hat praktisch keinerlei Kontrolle über den Cannabismarkt, doch Ermittlungen und die Strafverfolgung kosten den Steuerzahler Jahr um Jahr Milliardenbeträge.

Kiffer werden weitgehend zu Unrecht kriminalisiert

Mit dem Konsum von Haschisch und Marihuana schaden sich die Konsumenten zuerst einmal selbst – besonders dann, wenn sie zu häufig, zu viel oder verunreinigtes Cannabis konsumieren oder es mit suchterzeugenden und gesundheitsschädlichen Substanzen wie Tabak mischen. Eine Beschaffungskriminalität wie bei harten Drogen findet jedoch kaum statt, da Cannabis weder einen starken Suchtfaktor hat noch übermäßig teuer ist.

Ein großes Problem liegt allerdings darin, dass auf einem kriminellen, nicht staatlich kontrollierten Markt vielfach Cannabis und harte Drogen vom selben Verkäufer angeboten werden. Das ist für Dealer profitabler, da die Gewinnmargen bei Kokain, Heroin und anderen harten Drogen deutlich höher sind als bei den vergleichsweise harmlosen Cannabisprodukten. Daher versuchen Verkäufer nicht selten, ihre Cannabiskunden auch zum Ausprobieren anderer Substanzen zu überreden – oder gleich zum Umsteigen auf teure Suchtmittel, die das Wiederkommen der Kundschaft auch bei schlechten Produkten garantieren.

Ein Coffeeshopbetreiber hingegen würde seiner Kundschaft ausschließlich Cannabiserzeugnisse anbieten und versuchen, deren Qualität auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu halten, um mit gutem Ruf und Gewinn im Gespräch und im Geschäft zu bleiben. Der Staat könnte durch die Kontrolle des Marktes nicht nur viel Kriminalität verhindern, sondern jede Menge Kosten sparen und zusätzlich hohe Gewinne erwirtschaften, die bislang dem organisierten Verbrechen vorbehalten sind.

Wer Cannabis konsumiert, setzt seinen Führerschein aufs Spiel

Nach wie vor gibt es auch keine vertrauenswürdigen Unfallstatistiken in Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum. Zwar gibt es immer wieder Studien, die Kiffern ein höheres Unfallrisiko bescheinigen, doch meist sind bei den Unfällen Kombinationen unterschiedlicher Substanzen im Spiel, zum Beispiel ein Mix aus Cannabis und Alkohol. Außerdem lässt sich der Cannabis-Wirkstoff THC – anders als Alkohol – im Blut noch tage- und wochenlang nachweisen: Obwohl der Rausch längst verflogen ist, ist das THC immer noch da.

Es ist zwar erwiesen, dass schon ein Joint oder ein Space Cake die Wahrnehmung stark verändern und die Reaktionsgeschwindigkeit herabsetzen können. Erwiesen ist jedoch auch, dass der alleinige Konsum von Cannabis eher zum defensiven Fahren verleitet – und das kann bei einer durchschnittlich hohen Dosis das Risiko durchaus wieder relativieren. Außerdem bleiben Menschen, die sich zu bekifft zum Autofahren fühlen, eher daheim oder nehmen ein Taxi. Fatale Selbstüberschätzungen vor der Fahrt oder hinter dem Lenkrad, wie sie bei Trunkenheitsfahrten üblich sind, gibt es bei Kiffern äußerst selten.

Trotzdem sind die Behörden in Deutschland nicht zimperlich mit dem Entziehen der Fahrerlaubnis, wenn bei einer Verkehrskontrolle THC im Urin oder im Blut nachgewiesen werden konnte. Viele Konsumenten fühlen sich dadurch zu Unrecht bestraft, kriminalisiert und ihrer oft erwerbswichtigen Mobilität beraubt. Immer wieder gehen entsprechende Klagen ein, die die Gerichtsbarkeit zusätzlich belasten. Die längst empfohlene Anhebung der Grenzwerte wird jedoch bisher nicht umgesetzt.