Kurzfristige Folgen

Die Wirkung von Cannabis kann weder exakt gemessen noch pauschal definiert werden. Zwar gibt es körperliche, geistige und psychische Folgen, die sehr häufig auftreten und daheFolgen nach dem Konsum: "Fressflashs"r als charakteristisch gelten. Doch die Intensität und Wahrnehmung des Rausches hängt von so vielen Faktoren ab, dass sie stets individuell erlebt wird.

Gängige Wirkungen und Nebenwirkungen des Cannabiskonsums

Zu den häufigsten körperlichen Auswirkungen des Rauchens oder Essens von Cannabis gehören Mundtrockenheit, stärkere Lichtempfindlichkeit durch geweitete Pupillen und deutlich fühlbare Effekte auf das Herz-Kreislauf-System. Die können je nach Art, Dosis und Darreichungsform sehr unterschiedlich ausfallen. Unerwünscht starke Effekte wie Zittern, kaltes Schwitzen, Herzrasen oder das Gefühl, “keinen Blutdruck mehr zu haben”, entstehen oft durch zu hohe Dosierung, vor allem bei hochgezüchteten oder ungewohnten Gras- und Haschischsorten.

Die Wirkung von Cannabis auf die Sinne ist ein Thema, über das sich Bücher schreiben lassen. Tatsächlich wurden bereits hunderte davon geschrieben. In entspannter Atmosphäre und in der richtigen Gesellschaft genossen, steigert Cannabis erwiesenermaßen den Appetit und das Genussempfinden. Das gilt für Essen und Musik ebenso wie für Bilder, Gerüche, Sprache, Berührungen und die Sexualität.

Gefühle wie Entspannung, innige Verbundenheit, höchste Aufmerksamkeit und Aufnahmebereitschaft, Leichtigkeit, innere Ruhe und Optimismus sind immer schön und daher auch in gesteigerter Form nach dem Cannabiskonsum wünschenswert. Doch je nach Veranlagung, Grundstimmung und Umfeld können auch negative Empfindungen den Rausch prägen, zum Beispiel Nervosität, Angst, Schwermut, Haltlosigkeit, Realitätsverlust oder unkontrollierbare Euphorie und Hyperaktivität.

Wenn Kiffer unter sich sind, amüsieren sie sich häufig besonders über Folgen wie überbordende Kommunikation (z. B. Durcheinanderreden, Monologisieren, Albernheit, Lachanfälle), Heißhunger (“Snack Attack”, “Fressflash”) oder das beeinträchtigte Kurzzeitgedächtnis. Für Nichtkiffer bzw. nüchterne Anwesende ist das meist weit weniger lustig und inspirierend. Hinzu kommt, dass unbekiffte Menschen in der Regel schneller die Geduld verlieren.

Ein schönes Spezialthema: Cannabis und das Vergehen der Zeit

Cannabis verändert das Zeitempfinden, darum sind viele Kiffer chronisch unpünktlich. Hier liegt der Ursprung des oft bestätigten Klischees, dass Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, im täglichen Konkurrenzkampf und auf der Karriereleiter weniger ehrgeizig sind – und weniger bereit, für materielle Erfolge zu kämpfen, zu leiden und Opfer zu bringen. Doch das veränderte Zeitgefühl steht auch in engem Zusammenhang mit der Intensivierung der Sinneseindrücke und Gedanken.

Bei einem Cannabisrausch kann die Zeit scheinbar viel langsamer oder viel schneller vergehen. Wesentlich ist jedoch, mit dem wahrgenommenen Zeitverlauf in Einklang und einverstanden zu sein. Diese gefühlte Befreiung von Zeitstress und Zeitdiktat ist es, die besonders aufmerksam und empfänglich für den Moment macht. Die Sinne öffnen sich willig und ohne Eile, um die unmittelbare Umgebung und Gegenwart zu erleben – und bekommen folglich in solchen Momenten auch viel mehr davon mit.

Damit diese Wirkung nicht zu einem unerwünschten “Verzetteln” oder dem Vernachlässigen wichtiger Alltagsaufgaben führt, sollte der Cannabiskonsum Stunden oder Tagen vorbehalten bleiben, an denen der Terminkalender überschaubar ist. Dann kann jede Minute so lange dauern, wie sie will, und es gibt auch nach dem Rausch keine Hektik.