Langfristige Folgen

Langfristige FolgenIm Laufe der Jahre wurden zahlreiche Thesen aufgestellt, welche Folgen ein langfristiger Cannabis-Konsum – sowohl psychisch als auch körperlich – haben könnte. Einige wurden bewiesen, einige mittlerweile widerlegt.
Fakt ist: wer über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Cannabis konsumiert, kann eine leichte psychische und körperliche Abhängigkeit entwickeln.
Andere Mythen, wie zum Beispiel die Theorie, dass es durch langfristigen Konsum zu Hirnschäden wie beim Alkohol-Abusus kommen könne, wurden wiederum mittlerweile wissenschaftlich belastbar widerlegt.

Entzug nach langfristigem Konsum

Wer sich – aus welchen Gründen auch immer – nach einer langen Zeit des Cannabis-Konsums dazu entschließt, damit aufzuhören, kann unter Umständen in der ersten Zeit durchaus mit Entzugserscheinungen zu kämpfen haben – sowohl psychisch als auch körperlich.

Darunter fallen zum Beispiel Symptome wie Schweißausbrüche oder innere Unruhe, in manchen Fällen auch Appetitlosigkeit oder untypisches Verhalten. Wie lange oder wie stark dieser Entzug dauert, kann sehr unterschiedlich sein. Der eine hört auf und spürt überhaupt keine Entzugserscheinung, ein anderer hat hingegen mehr darunter zu leiden. Meist sind die akuten Entzugserscheinungen nach 7 – 10 Tagen vorbei.

Körperliche Folgen

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass es durch langfristigen Cannabis-Konsum zu Beeinträchtigungen oder Schädigungen der Lungenfunktion kommen kann. Allerdings wird dabei angenommen, dass das Cannabis gemeinsam mit Tabak verbrannt und inhaliert wird. Und das Rauchen an sich zu Lungenschäden führt, ist ja bekanntlich schon lange bewiesen.
Ob reiner Cannabis-Konsum körperlich auf die Lungen schädlich wirkt, konnte hingegen noch nicht bewiesen werden. Raucht man Cannabis allerdings als Joints, kommt es sogar zu einer größeren Schädigung als bei “normalen” Tabakzigaretten, da Joints nur selten über einen Filter verfügen und man so mehr Teer und Schadstoffe, die im Tabak enthalten sind, aufnimmt.

Um den Gefahren des Rauchens zu entgehen, greifen viele Konsumenten mittlerweile auf andere Arten der Einnahme zurück – zum Beispiel in dem sie das Cannabis in Nahrungsmittel mischen oder es in sogenannten Vaporisatoren verdampfen.
Wer über einen langen Zeitraum Cannabis konsumiert, bei dem kann es körperlich zu einer Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeiten kommen. Man wird unaufmerksamer, kann sich nicht so gut konzentrieren und auch die Lernfähigkeit kann leiden.

Es konnte bis heute weder eindeutig belegt noch widerlegt werden, dass Cannabis-Konsum während der Pubertät körperlich Einfluss auf das Wachstum nimmt. Der momentane Stand der Wissenschaft scheint jedoch darauf hinzuweisen.

Die psychischen Folgen von dauerhaftem Cannabis Konsum

Auswirkunf der langfristigen Folgen.Psychisch ist Cannabis nicht ohne Risiken. Gerade bei Konsumenten, die psychisch angeschlagen sind, kann der Konsum Psychosen auslösen oder verstärken. Allerdings sind auch hier wieder die Forschungsergebnisse widersprüchlich und nicht eindeutig belegt.
Man geht allerdings davon aus, dass es bei gewissen Vorraussetzungen zu folgenden psychischen Folgen kommen kann:

– Konzentrationsschwäche / Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens
– Angst oder Panikattacken
– Anfälligkeit für Paranoia
– ständige innere Unruhe .
Lange hielt sich die Theorie, dass ein dauerhafter Cannabis-Konsum psychisch zu einer gewissen Gleichgültigkeit führen kann, die einher geht mit einem sozialen Rückzug. Man sprach hierbei von dem “Amotivationalem Syndrom”, allerdings ist diese These mittlerweile entkräftet worden.

Mittlerweile haben Studien gezeigt, dass viele (langfristige) Cannabis-Konsumenten ein ganz normales soziales Leben führen – und nicht mehr oder weniger gesellig sind als Nicht-Konsumenten. Sind die charakterlichen Anlagen für ein zurückgezogenes Leben allerdings gegeben, können diese psychisch durch den Konsum von Cannabis verstärkt werden.
Dadurch, dass Cannabis in Deutschland (noch) nicht legal ist, gibt es natürlich auch nicht viele aussagekräftige Studien über die langfristigen Folgen, weder körperlich noch psychisch. Mit dem Fall der Verbote in einigen Staaten Amerikas dürfte sich das allerdings bald ändern.