Papier/ Kleidung

Seit jeher kam dKleidunger Hanfpflanze eine hohe Bedeutung zu. Schon die Hochkulturen nutzten Hanf als Rohstoffpflanze. Während die Hanfsamen gegessen wurden, verwendeten die Chinesen Teile der Pflanze zur Papierherstellung. Außerdem wurden die Fasern des Hanf zur Herstellung von Kleidung genutzt.

Hanf, die Ware

Im Römischen Reich führte man wegen Hanf sogar Kriege. Die Pflanze war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Nutzpflanze, die weltweit am häufigsten angebaut wurde. Doch nicht nur wegen ihrer Rolle als Papier- oder Kleidungslieferant war die Handpflanze so begehrt. Auch ihre heilenden Kräfte wurden gern genutzt. So wurde Hanf seinerzeit in Kriegen zur Wundabdeckung genutzt. Auch gegen Gicht wurde sie verabreicht. Der Nutzen war also überaus hoch, wenn man bedenkt, wie leicht sich die Pflanze anbauen lässt. Damit stellte Hanf eine sehr beliebte Ware dar.

Cannabis zur Papierherstellung

Cannabis spielte seinerzeit eine erhebliche Rolle bei der Herstellung von Papier. Die erste Bibel von Gutenberg druckte dieser 1455 auf Hanf. Kolumbus brachte das Hanf auch nach Amerika, immerhin bestanden die Segel und das Tauwerk ebenfalls aus dieser Pflanze. Und so wurden auch die ersten entwürfe der amerikanischen Verfassung auf Handpapier geschrieben. Selbst die Unabhängigkeitserklärung wurde 1776 auf Hanf geschrieben. Papier, das aus Hanf hergestellt wird, ist deutlich länger haltbar und hat eine sehr viel höhere Wertigkeit als Papier aus Holz. Eine Vergilbung findet praktisch nicht statt. Auch deshalb findet die Hanfplanze heute wieder ihre Berechtigung in der Papierindustrie.

Cannabis zur Kleiderherstellung

Dass Hanf auch zur Kleiderherstellung verwendet wurde, ist zwar bekannt, doch meist stellen sich die Menschen darunter leinen- bzw. sackartige Kleidungsstücke vor. Kaum einer weiß, dass der Bayer Levi Strauss nach seiner Auswanderung nach Amerika 1870 seine erste Jeans aus Hanf produzierte. Kleidung aus Hanf ist sehr strapazierfähig und deshalb äußerst beliebt.

Industrielle Nutzung als Niedergang der Hanfpflanze

Da im 19. Jahrhundert eine maschinelle Verarbeitung der Hanfpflanze nicht möglich war, die manuelle Verarbeitung jedoch zu aufwendig und teuer für die große Nachfrage schien, wurden neue Verfahren zur Papier- und Kleidungsherstellung gefunden und etabliert. Das bedeutete das Aus für die Hanfnutzung. Lediglich die medizinische und infolgedessen auch die aufputschende Wirkung blieben bestehen und führten letztendlich dazu, dass die Hanfpflanze vollends in Verruf geriet.

1938 wurde schließlich eine Hanfschälmaschine vorgestellt, die vollautomatisch funktionierte und Hanf erneut zu einer umfangreichen Nutzung führen hätte können. Die in den USA vorgestellte Maschine fand jedoch nicht den erhofften Anklang, denn führende Industrielle aus der Pharma- und Baumwollindustrie setzten in Folge nicht nur eine Hanfsteuer, sondern auch ein Hanfverbot in den USA durch. Auch die medizinische Bedeutung minimierte sich nun, da die Pharmaindustrie synthetische Produkte entwickelte, die eine Wirksamkeit von Cannabis scheinbar unnötig machten.

Erst im Zweiten Weltkrieg wurde das Hanfverbot aufgehoben, da die daraus hergestellte Kleidung äußerst strapazierfähig ist und somit gut für die Ausstattung der Armee geeignet war. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlor die Pflanze jedoch erneut an Bedeutung.

Cannabis heute

Heute ist Cannabis vor allem wegen seiner medizinischen Wirkung wieder gefragt. THC-reicher Hanf wird zur Grundlage von HalluzinogenenDrogenpräparaten verwendet, während THC-freier Hanf (auch Faserhanf) wieder zur Herstellung von Textil- oder Papierprodukten bevorzugt wird. Zudem werden Isolier- und Dämmstoffe, kosmetische Produkte, Auto-Innenverkleidungen und sogar Nahrungsmittel aus der Hanfpflanze gefertigt.