Weitere Verwendung

Weitere Verwendung von CannabisSie werden staunen, was aus Cannabis alles gewonnen werden kann, denn bei dieser Pflanze besteht nicht nur die Möglichkeit der medizinischen Nutzung oder die Gelegenheit des Rauchens aus Gründen der Bewusstseinserweiterung. Vielmehr gibt es für das Naturprodukt eine Vielzahl interessanter Verwendungen. Manche Experten gehen in ihrer Annahme bezüglich der Anwendung sogar so weit, die Vermutung zu äußern, das Cannabis langfristig eines der größten Probleme der Menschheit zu lösen imstande sei. Daher möchten wir Ihnen im Folgenden einige Möglichkeiten für die weitere Verwendung von Cannabis vorstellen.

Cannabis als Speicher für Energie

Wissenschaftler der University of Alberta in Kanada haben eine Möglichkeit entdeckt, besonders effiziente Batterien mittels Cannabis zu produzieren. Auf den ersten Blick mögen diese sogenannten “Supercapacitors” (übersetzt “Superkondensatoren”) nicht besonders spektakulär sein, sie könnten aber auf Dauer das Problem der Energiespeicherung lösen. So würden die Kondensatoren nicht nur auf einem zu 100 Prozent biologisch abbaubaren Naturprodukt basieren, sondern auch günstig und vor allem erneuerbar sein. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die extrem kurze Ladezeit, da mit ihnen Smartphones und Laptops bereits in ein paar Sekunden wieder voll aufgeladen werden können.

Atmungsaktive Wohnräume: Cannabis als Baustoff

Die Fasern dieser Pflanze sind besonders robust und langlebig, so dass sie unter anderem bereits als Baustoff für den Innenausbau eingesetzt werden. Da sie kein großes Gewicht zu tragen vermögen, werden sie von Metall- und Holzrahmen gestützt. Diese weitere Verwendung der Hanf-Fasern hat den besonderen Vorteil, dass sie Räumlichkeiten atmungsaktiv machen und dabei obendrein noch eine hervorragende Wärmedämmung gewähren. Damit ist Hanf eine echte Alternative zu Holz.

Hanf in Tschernobyl

Schon lange Zeit werden die Fasern zur Beseitigung von toxischen Substanzen und Unreinheiten aus dem Abwasser genutzt. Sie kommen sogar in Tschernobyl zum Einsatz. Dort werden sie dazu verwendet, um die radioaktiven Schadstoffe aus dem Wasser, dem Erdreich sowie der Luft zu filtern. Diese Maßnahmen werden, als Teilgebiet biologischer Sanierungstechniken, “Phytosanierung” oder “Phytoremediation” genannt.

Hanf-Samen: Die gesunde Nahrung

Die Samen zählen zu den nahrhaftesten uns bekannten Getreidekörnern. Sie sind arm an gesättigten Fetten, reich dagegen an hochwertigen Proteinen. Sie enthalten alle für Menschen essentiellen Fettsäuren. Aus botanischer Sicht sind Hanf-Samen Nüsse, so dass es nicht verwunderlich ist, dass sie auch so ähnlich schmecken. Hanfsamenkerne sind damit eine nicht allergene und gesunde Alternative zu Nüssen und können roh, oder als Hanfnuss-Butter zubereitet, gegessen werden.

Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, aus den Samen Speiseöl zu gewinnen. Für den menschlichen Verzehr hergestellte Hanfsamen enthalten in der Regel ungefähr 34 Prozent Kohlenhydrate, 25 Prozent Protein sowie 31 Prozent Fett- größtenteils in Form von Hanfsamen-Öl. Darüber hinaus beinhalten die Samen einen hohen Anteil an Ballaststoffen und diverse wertvolle Mineralien und Vitamine.

In früheren Zeiten bereiteten viele Völker aus den Samen der Pflanze einen Brei, ähnlich einem Brei, wie er aus Haferflocken zubereitet werden kann. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Verzehr der Samen die früheste Begegnung der Menschen mit Cannabis darstellte, da sie als Sammler und Jäger die Tiere nachahmten, die diese nahrhaften Samen sammelten.

Sie sind übrigens, im Gegensatz zu den Blättern, nicht psychoaktiv, so dass Sie sie ohne Sorge essen können, denn essbare Hanfsamen stammen immer von industriell verwendetem Hanf.

Cannabis und der Einsatz in der Industrie

Hanf weist einen hohen Gehalt an Zellulose auf, eine Substanz, die für die Stabilität der Pflanzenzellwände sorgt. Daher enthielten bereits die ersten Kunststoffe Hanf-Komponenten. Diese Arten von Plastik sind Ihnen sicherlich unter dem Begriff “Biokunststoffe” bekannt, eine Bezeichnung, die zur Unterscheidung von auf Erdöl basierenden Materialien dient. Der aus Hanf hergestellte Kunststoff ist langlebig, leicht und vor allem biologisch abbaubar. Damit ist die Pflanze ein potentielles Ersatzmaterial für die aus Erdöl gefertigten Kunststoff-Artikel. Und noch ein Argument “pro Hanf” an dieser Stelle on Top: Aus Hanf erzeugter Kunststoff kann viel weniger umweltschädlich erzeugt werden, als die auf Erdöl fußenden Produkte!