Weitergabe

Cannabis- Pflanze.Cannabis ist derzeit ein viel besprochenes Thema. Die Unsicherheit auf Seiten der Verbraucher ist hoch. Gerade jene Verbraucher, die Cannabis zu gesundheitlichen Zwecken konsumieren, müssen sich immer wieder mit der aktuell gültigen Gesetzeslage auseinandersetzen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Der Konsum ist theoretisch erlaubt

Grundsätzlich gilt: Der Konsum von Cannabis (auch Kiffen genannt) war in der BRD nie verboten, die Weitergabe schon. Verboten handelt nach § 29 Betäubungsmittelgesetz (BtMG), wer Betäubungsmittel wie Cannabis anbaut bzw. Drogen daraus herstellt. Selbstverständlich ist auch der Handel damit verboten. Eine Einfuhr nach Deutschland ist ebenso verboten wie die Ausfuhr. Auch eine Veräußerung, Abgabe und der Erwerb sind strikt verboten. Auch der Besitz ist eigentlich verboten. Allein der Konsum wird im BtMG nicht erwähnt und wäre somit erlaubt. Hintergrund ist, dass eine Selbstschädigung in der BRD nicht bestraft wird.

Die Weitergabe von Cannabis ist verboten

Nun birgt jedoch der Besitz von Cannabis nach Ansicht der Gesetzgeber die Gefahr der Weitergabe. Deshalb ist er verboten und zwar unabhängig davon, ob Cannabis nur für eigene Zwecke herhalten soll oder eine Weitergabe (gegen Geld) erfolgen soll. Auch der Besitz geringer Mengen ist weiterhin verboten, jedoch sind Staatsanwälte und Richter dazu angehalten, in Fällen, in denen geringe Mengen an Cannabis gefunden wurden, die gelegentlichen Eigenverbrauch nahelegen und eine Fremdgefährdung als unwahrscheinlich erscheinen lassen, nicht weiter zu verfolgen.

Geringe Mengen bleiben straffrei

Wie groß eine solch geringe Menge ist, ist abhängig vom Bundesland. Während es in Bayern und Brandenburg maximal 6 Gramm sein dürfen, die beim Konsumenten gefunden werden, liegt die Grenze in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei maximal 10g und in Schleswig-Holstein und Hessen sogar bei 30g. Hier können erwischte Konsumenten also mit der Einstellung des Verfahrens rechnen, wenn keine Anhaltspunkte für eine Weitergabe (Handel) vorliegen.

Cannabis zu medizinischen Zwecken

Zu medizinischen Zwecken ist der Cannabiskonsum bislang ebenfalls verboten, jedoch zeichnet sich eine Erlaubnis in naher Zukunft ab. Bis dahin können schwerkranke Patienten bei der Bundesopiumstelle eine Ausnahmegenehmigung zur medizinischen Verwendung von Cannabis beantragen. Hier sollte ein Arzt den Antrag aber befürworten. Patienten können so beantragen, dass sie Cannabis-Extrakt oder Cannabisblüten aus der Apotheke erwerben dürfen oder Cannabis selbst anbauen dürfen. Meist haben Patienten, die sich Hilfe vom Cannabiskonsum erhoffen, chronische Schmerzen und Multiple Sklerose.

Lediglich der psychotrope Hauptwirkstoff von Cannabis, Delta-9-THC (Dronabinol/Marinol), wurde 1998 als Arzneimittel zugelassen, da seine medizinische Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Dennoch kann der Arzt Cannabis nicht einfach verschreiben, sondern muss gemeinsam mit dem Patienten das oben beschriebene Prozedere einhalten.

Es sollte nicht vergessen werden, dass Cannabis sehr teuer ist. Zwar gibt es seit einiger Zeit auch einen deutschen Produzenten von THC namens THC Pharm GmbH (The Health Concept), der THC preiswerter produziert. Dennoch sind die Kosten für den einzelnen weiterhin sehr hoch. Vor der Beantragung der Ausnahmegenehmigung sollte die Finanzierung möglichst gesichert sein.

Fazit

Die Gesetzeslage ist in Bezug auf Cannabis eindeutig. Die Weitergabe ist jedem verboten, es sei denn, es handelt sich um Apotheker, die nach Vorlage der Erlaubnis der Bundesopiumstelle entsprechende Cannabisprodukte herausgeben dürfen.